10092018.

Der Platz an der Sonne bzw am großen Terrassenfenster ist mir nachwievor der Liebste. Mit Blick auf den Garten und den alten Walnussbaum, der vermutlich noch nicht so alt ist, sondern in seinen besten Jahren, trinke ich meinen Morgenkaffee. Noch immer bei geöffneten Türen, allerdings mit Plaid über den Beinen. Es ist frisch geworden.

Zu meinen Füßen liegt der Hund und gemeinsam beobachten wir die Eichhörnchenfamilie, min. drei kleinere rötliche Tiere sowie ein dunkelbraunes Eichhorn. Zwischen halb 7 und halb 8 morgens ist high life im Nussbaum, und hoffentlich finden sie genug für den Winter.

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Der Garten blüht ein letztes Mal auf, bevor Herbstregen und Blattlaub alles unter sich begraben. Warme, sonnige Tage, kühle, frische Nächte – sehr gesund für unsere Herbstpflanzungen und für alles andere, so grün war es den ganzen Sommer nicht. Es ist herrlich.

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Mir selbst gehen Wärme und Sonne gehörig auf den Zeiger, dieser Hitzesommer hat bei mir für einen Überdruss gesorgt, der mich diese Herbsttage nicht in gewohntem Maße genießen lässt. Dabei weiß ich, dass sie mir noch fehlen werden, da noch ausreichend Kälte und Nässe auf mich warten.

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Idylle genießen, so lange wie möglich.

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29082018.

Meine Mutter hat sich mit 77 Jahren ihr erstes Smartphone gekauft. Ich schwanke zwischen Bewunderung und Genervtsein.

Gefühlt ist die Distanz zwischen meinem Elternhaus und mir geschmolzen, quasi nicht mehr existent. Es ist als würde mir über die Schulter geschaut werden, als würde wieder gewertet werden, als hätte ich alle Kontrolle abgegeben. Als wäre ich nicht 700km entfernt, sondern 700m.

Der erste Impuls war „blockieren“, wenn ich sehr ehrlich bin – und das schmerzt -, dann war es ein „nicht mehr ins Leben lassen wollen“. Nichts mehr kaputt machen lassen durch Meinung, Wertung und ähnliche Übergriffigkeiten.

Ich bin 34, eigentlich sollte ich doch darüber hinweg sein. Oder?

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Nachträglich zum Besuch meiner Schwester der Gedanke, wie skurril das Leben sich entwickelt hat, indem sie, die sich so sehr gegen Regeln und Vorschriften der Altvorderen gewehrt hat, nun an eben diesen, anderen, ähnlichen Gesetzmäßigkeiten festzuhalten sucht.

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Gestern auf dem Fahrrad einer Frau begegnet, die so eine helle und zuversichtliche Ausstrahlung hatte, dass es mich durch den ganzen Tag trug.

Die Augen, das Lächeln, so groß und wohlgesonnen. Das war schön. Hach.

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Im Zweifel hilft unter dem Kirschbaum liegen und in den Himmel zu gucken.

Unerheblich dabei die Größe des Kirschbaums.

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Ich bin unglaublich privilegiert, dass ich die aktuelle politische Lage größtenteils ignorieren kann bzw konnte. Das überfordert mich, der Hass überfordert mich. Ich habe keine Idee, wie ich, wir, die Gesellschaft gegen die Nazis, die unsere Demokratie infiltriert haben, vorgehen können.

An anderer Stelle und zu anderer Zeit schrieb ich, dass Demokratie aushalten können muss. Ich fürchte, dass diese Zeiten nicht mehr sind.

Es ist (spätestens jetzt!) die Zeit, sich zu empören, aufzubegehren und dem braunen Dreck die Stirn zu bieten. Laut und stark.

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Empört euch!

22082018.

Die Müllautos der Stadt tragen die Aufschrift „Resteroller“. Es ist nicht einmal besonders lustig, aber ich mag die Lautmalerei des Wortes.

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Grundschüler beobachtet. Der eine wartet an der Straßenecke auf den anderen, der mit mir im Bus sitzt. Die Erleichterung als der Erwartete aussteigt ist nicht nur im Gesicht zu sehen, sondern im ganzen Körper, der von der Anspannung verlassen wird wie von einem besitzergreifenden Dämon.

Daran gedacht, wie oft ich warten musste, auf die beste Schulfreundin, weil sie die Zeit oder mich oder beides vergaß, oder ihre Mutter es als wichtiger erachtete, dass das Zimmer aufgeräumt wurde und die Freundin dies verdaddelte.

Das Gefühl, das dabei entsteht, eine Mischung aus Zurückgewiesensein und Wertlosigkeit, wohnt direkt im Brustkorb. Es engt sich ein, sitzt da wie ein Klotz und nimmt dir die Luft zum atmen.

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Wenn Sie übrigens zu den Personen gehören, die gerne sehr viel Parfum nehmen, denken Sie bitte daran, dass weniger mehr ist. (Mir ist gerade sowas von schlecht. Das roch wie Abflussreiniger.)

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Ans Meer denken.

20082018.

Wir haben am Wochenende den letzten Wohnraum fertig renoviert. Ein Jahr nach Renovierungsbeginn. Es fehlen nun noch Feinheiten, hier ein Spiegel, da eine Fußbodenleiste, dort nochmal eine Ausbesserung. Alles aber Aufgaben, die man zwischendurch oder an einem Samstag machen kann, ohne größere Ausräum- und Abklebearbeiten.

Wir sind quasi fertig.

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Bei der Hunderunde missgünstige Gedanken gehabt. Wir haben einen Nachbarn, der sich, auch in der großen Trockenheit der vergangenen Wochen, den Luxus einer durchgängigen Rasenbewässerung gönnt. Entsprechend frisch, grün und wohlgepflegt sieht es in dessen Garten aus. Und ich? Ich würde zu gern diesen Rasenwuchs sabotieren. Noch nicht einmal, um dem Herrn zu schaden. Eher um zu sehen, wie er reagieren würde, um eine Analyse der Gefühle durchzuführen.

Denn was mich fasziniert, ist dieses „etwas ist mir so wichtig, dass ich alle Hingabe und alle Ressourcen investiere und ohne es nicht leben kann“. In mir ist fest verankert, dass jedes Ding, jeder Mensch vergänglich ist.

Mein Herz zu verschenken fällt mir nicht leicht. Ich ahne daher, wie sehr es schmerzen wird, wenn der Hund oder der Mann einmal nicht mehr an meiner Seite sein werden. Dass dies von anderen Menschen aber auch in Bezug auf Dinglichkeiten, auf Weltliches so gefühlt und erlebt wird, fällt mir oft schwer nachzuvollziehen.

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Nicht meine Aufgabe, andere zu bekehren.

15082018.

„Keine Sorge um den Mond, wir stellen den Laser auf Betäubung ein.“

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Ich habe mir die Tonspur des Carpool Karaoke mit Paul McCartney gespeichert, und es macht genauso viel Spaß das nur anzuhören wie es anzuschauen.

Die Leidenschaft mit der McCartney von seiner Musik spricht, sie teilt und sich daran erfreut, macht unfassbar gute Laune.

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Das Innenleben des Hauses nimmt Form an und ist langsam fertig.

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Social Media ist zurzeit furchtbar anstrengend.

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Schlafen hilft.

14082018.

Das Elend des gestrigen Tages zusammen gefasst:

  • kotzender Hund (wieder vor mein Bett)
  • Ärger bei der Arbeit
  • niedergetretene Gladiolen (der Gärtner der Nachbarin war’s!)
  • Küchenumbau und die totale Nichtnutzbarkeit derselben
  • unkooperativer Stromkreislauf und das Herausspringen des FI-Schalters alle 5 Minuten
  • wirre Stromkreislaufschaltung, die die Küche an das Arbeits- und Nähzimmer koppelt, weswegen ich nicht arbeiten konnte
  • kein Kaffee gestern!
  • kein Kaffee heute!

Es kann jetzt nur noch aufwärts gehen.

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Zum Frühstück jetzt Franzbrötchen.