15072018.

Seit fünf Tagen wieder vegetarisch unterwegs und heute morgen voller Energie um halb sieben aufgewacht. Ich fand mich kurz selbst sehr unsympathisch, habe dann aber einfach gelesen.

Ja, Fleisch weglassen verursacht bei mir einen Riesenunterschied im Energiehaushalt, es fällt mir allerdings unfassbar schwer das durchzuziehen. Ich mag wurstigen Aufschnitt, ich liebe Rindfleisch, gerne im Filet oder als Grillsteak, und in meine Bratkartoffeln gehören Schinkenwürfel. Mir fällt da spontan noch mehr ein, aber es ist müßig darüber zu sinnieren, ich reduziere Fleisch also massiv, gönne es mir zu bestimmten Gelegenheiten und versuche dann mit qualitativ hochwertigem Fleisch zu arbeiten.

***

Jedenfalls führte der Energieschub dazu, dass wir um Acht bereits zu einer großen Hunderunde losstiefelten, danach erst frühstückten, um anschließend Überbleibsel vom Umzug in Form von Schuhen, Taschen, Reisezeug weg zu sortieren. Der Aktionismus verlagerte sich dann in den Vorgarten, wo wir übereifrige Rhododendren stutzten und fegten und hier und da und tralala.

Danach schafften wir es tatsächlich auf unsere Liegestühle, mit viel Wassermelone, einem verfressenen Hund (der liebt das Zeug, wie wir durch Zufall herausfand, kommt also ganz nach uns) und zwei Gläsern Weißwein.

***

Unfassbar anstrengend, das alles, kannstedirnichtausdenken (Achtung, Ironie!), deswegen jetzt Fußball, natürlich passiv, dann noch frittierte italienische Käse-Ciabatta-Knödel mit Tomatensauce und ein abschließendes Glas Weißwein auf der Terrasse.

***

Das gute Leben.

Advertisements

14072018.

Ich arbeite samstags von 10 Uhr bis 14:30 Uhr, nicht immer, eigentlich nur zweimal im Monat, was aber uneigentlich nie geklappt hat, was mir jetzt aber auch egal ist, denn ab August gehöre ich wieder der Bürobedienstetenschaft an.

Jedenfalls, wenn ich an so einem Einzelhandelssamstag während der Sommerferien bereits um 11:59 Uhr dem Mann schreibe, er möge bitte Weißwein kalt stellen, dann ist es schlimm. (In der Vorweihnachtszeit habe ich samstags immer mit mir selbst gewettet, wann das erste Kind anfängt zu heulen, Rekord war um 10:18 Uhr.)

***

In dem Zusammenhang über Großeltern, Enkel, deren Liebe zu einander und das öffentliche Zeigen dieser Liebe nachgedacht.

Zu keinem Schluss gekommen, außer, dass wir der aufmerksamen Öffentlichkeit unbewusst mehr von uns offenbaren als uns lieb ist.

Und dass wir einfach alle lieb gehabt werden wollen.

***

Ich kann mich nicht daran erinnern, wie ich ich heim gekommen bin. Hat das Radfahren also seine Wirkung getan.

***

Zuhause hat der Mann den Weißwein vergessen. Stattdessen Pommes.

***

Es besteht Hoffnung. Immer.

13072018.

Der letzte Monat bei der Arbeit zieht sich wie Kaugummi. Nicht nur, weil ich endlich in der neuen Stelle anfangen möchte, sondern auch weil im Spielwarenladen wenig bis gar nichts zu tun ist. Die Kinder haben Sommerferien, die meisten Erwachsenen entsprechend auch.

Die Personalplanung gestaltet sich nachwievor abenteuerlich bis unverschämt, aber es sind nur noch zwei Wochen bzw neun Arbeitstage, wenn ich mich nicht komplett verrechnet habe.

***

In den nächsten Wochen bekommen wir Besuch von Teilen meiner Familie, auf die ich mich tatsächlich sehr freue. Es ist allerdings die harmlose Anverwandtschaft.

***

Die letzten Tage musste ich aufgrund einer in ihrer Ausdehnung vor sich hin eskalierenden Baustelle neue Radwege erkunden. Dabei fiel mir auf, dass ich sowas vor 14 Jahren in H durchaus freiwillig, aus Neugier und aus Lust und Laune heraus, machte. Heutzutage benötige ich aufgezwungene konkrete Anlässe um meine Komfortzone zu verlassen. (hier jetzt was mit „Alter“ einfügen.)

***

Außerdem: Atmen üben.

05062018.

Gestern war ein Tag für Skurriles, Bescheuertes und Irre. Ordnen Sie bitte selbst nach Belieben ein.

***

Der Kunde, der mit mir über die Menge und Schädlichkeit elektromagnetischer Partikel in schnöder Kinderknete diskutieren wollte.

***

Der Radrennfahrer, der eine durchsichtige Radrennhose trug und dem man bis in die Radrennfahrerporitze gucken konnte.

***

Die drei Radfahrer*innen, die mit mir ein perfekt getimtes wasserballettähnliches Stück aufführten, dass es eine Freude war – radeln, bremsen, Arm raus, abbiegen, beschleunigen und von vorn.

***

Der Mann, der mit einem Skalpell ein Kind in der Straßenbahn bedrohte und es (das Skalpell, natürlich!) in unserem Laden entsorgen wollte. Die im Einsatz gewesenen Polizisten bekamen dann noch einen Lolli von der Geschäftsführerin.

***

Der Herr, der zwei Flügel Orgelpfeifen – Höhe der größten Pfeife ca 60cm, Breite jedes Flügels ca 1m, aus einer Metalllegierung – mit sich führte. Auf dem Rad.

***

Die Chefin, die durch die Glastür stürzte, und zu deren Glück nichts schlimmes geschah, zudem eine anwesende Kundin Notfallkrankenschwester war (und immer noch ist). Deren Kind daraufhin einen Lolli bekam.

***

Die Kundin, die Le/go als „umweltschädlichen Plastikmüll“ verwarf und am Ende die 300er Packung selbstverschließende Wasserbomben mit Gumminupsis made in Taiwan kaufte.

***

Das Karussell wird sich weiterdrehn.

29052018.

Es gibt nichts zu sehen, bitte gehen Sie weiter.

***

Die Tage sind eine Mischung aus Arbeit und gefühltem Urlaub, so warm ist es hier. Das Planschbecken für Herrn Hund wird frühmorgens bereits befüllt, gekocht wird schon lange nicht mehr, der kühle Weißwein ist fast obligat geworden.

***

Wir sind träge, genießen die vorgezogenen Hundstage, nur den Mann sticht hin und wieder der Hafer, dann verschwindet er unter den Rhododendren, gräbt und buddelt bis Ilex, Efeu und Co. aufgeben. Es ist doch noch zuviel Wildwuchs, man fühlt sich wie in diesen App-Spielen „löse erst fünf Level bis du das Zimmer/das Haus/das Beet/den Garten renoviert kannst“.

***

Noch immer innerlich unruhig, schlafe ich schlecht. Der Bezug zu meiner Arbeit pendelt zwischen den Extremen, furchtbar frustrierend oder ganz zufriedenstellend.

***

Regen wäre ganz nett.

04052018.

Wir renovieren weiter. Buddeln im Garten. Arbeiten. Ich schlafe schlecht. Fühle mich unendlich müde. Bin mit dem Arbeitsplatz immer unzufriedener. Bin vor allem mit mir selbst unzufrieden. Es ist ein Graus. Vergesslichkeit ist meine große Schwäche, vieles fällt hinten über. In dem Fall irgendwas mit Krankenkasse, Haustierregistrierung, Stundenabrechnung und Bewerbung.

Ich fühle wie mein Gehirn im Kopf hin und her schwappt, wie es gegen die Schädeldecke dotzt. Zuletzt oft Kopfschmerzen, Migräne, ich möchte nur liegen und zuhause bleiben.

Eine zersprungene Flasche roter Nagellack auf den Fliesen hinterlässt noch lange Spuren. Nichts ist schlecht, alles gut, nur eben die Mühen des Alltags.