16082018.

In der Nachbarschaft hört jemand seit Tagen jeden Abend Opernausschnitte. Mir vollkommen unbekannte wunderbare Aufnahmen, die einen unwirklichen Schleier über alles legen, die die Alltagsgeräusche dämpfen, aber eine sehr klare und berührende Wirkung haben.

Stellen Sie es sich ähnlich vor wie im Film „Die Verurteilten“ als Tim Robbins das Duett „Sull’aria“ aus Mozarts „Die Hochzeit des Figaro“ auflegt. So verzaubert ist das derzeit am frühen Abend in unserem Garten. (Ich liebe dieses Duett in dieser speziellen Aufnahme übrigens sehr.)

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Sull’aria… che soave zeffiretto

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15082018.

„Keine Sorge um den Mond, wir stellen den Laser auf Betäubung ein.“

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Ich habe mir die Tonspur des Carpool Karaoke mit Paul McCartney gespeichert, und es macht genauso viel Spaß das nur anzuhören wie es anzuschauen.

Die Leidenschaft mit der McCartney von seiner Musik spricht, sie teilt und sich daran erfreut, macht unfassbar gute Laune.

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Das Innenleben des Hauses nimmt Form an und ist langsam fertig.

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Social Media ist zurzeit furchtbar anstrengend.

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Schlafen hilft.

14082018.

Das Elend des gestrigen Tages zusammen gefasst:

  • kotzender Hund (wieder vor mein Bett)
  • Ärger bei der Arbeit
  • niedergetretene Gladiolen (der Gärtner der Nachbarin war’s!)
  • Küchenumbau und die totale Nichtnutzbarkeit derselben
  • unkooperativer Stromkreislauf und das Herausspringen des FI-Schalters alle 5 Minuten
  • wirre Stromkreislaufschaltung, die die Küche an das Arbeits- und Nähzimmer koppelt, weswegen ich nicht arbeiten konnte
  • kein Kaffee gestern!
  • kein Kaffee heute!

Es kann jetzt nur noch aufwärts gehen.

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Zum Frühstück jetzt Franzbrötchen.

12082018.

Ich denke seit gestern an einem Satz herum, der während der Einschulungsfeierei fiel, und der mich nervt und wütend macht.

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„Mathe ist ein Schei*fach.“

Klassiker, oder? In irgendeinem Kontext rund um die Schule fällt dieser Satz mit 99,9%iger Wahrscheinlichkeit. Damit fällt auch der Startschuss für irrationales Schulfachbashing und ein gegenseitiges Übertrumpfen, wer die schlechteste Note in diesem speziellen Fach hatte, und dass man das doch „niemals wieder“ benötigen würde.

Zu „niemals wieder“ ist schnell etwas gesagt: wie berechne ich eine Hausbaufinanzierung, wie die qm-Zahl für die Terrassenfliesen, passt das Sofa ins Wohnzimmer, um wie viel Prozent möchte ich mein Gehalt steigern und wie rechne ich das Schokokuchenrezept um? Bundesligastatistik, Glücksspielwahrscheinlichkeitsrechnung, Flugverlaufsbahn einer selbst gebastelten Rakete, Reichweite der Tankfüllung, Rückgeld beim Brötchenkauf, und und und.

Die impliziten Dimensionen dieses Satzes empfinde ich als sehr viel ernster.

Da kommt ein Kind in die Schule, vielleicht neugierig, vielleicht erwartungsvoll, vielleicht eingeschüchtert. In jedem Fall steht es vor einer großen Unbekannten. Eltern, Familie und Freunde gestalten nun den Umgang mit dieser Unbekannten. Mit einer derartigen Äußerung nehmen sie dem Kind jedoch die Neutralität, die Unbefangenheit und verstärken unbewusst eventuell vorhandene Unsicherheiten. Die Lehrkräfte haben dann oft nur wenig Chancen dagegen anzuarbeiten. Solche Äußerungen bleiben hängen.

Es kommt hinzu die inhaltliche Undifferenziertheit dieser Aussage: Mathematik ist nicht per se schei*e. (Ach was?!) Vielleicht hat es einfach nicht interessiert, vielleicht kam man mit dem Lehrpersonal nicht klar, vielleicht lagen die persönlichen Stärken bei anderen Fächern, vielleicht kam auch alles zusammen. Aber bitte, dann kann es nicht schaden, das auch entsprechend zu äußern.

Meine Mathegeschichte geht ungefähr so: ich hatte Angst vor meiner MatheLehrerin in der 3./4. Klasse, allerdings in der 5./6. viel Spaß im Unterricht, war dann sogar Klassenbeste bis es sozialpolitisch einfacher wurde sich dumm zu stellen und Mathe doof und schwer zu finden, um nicht weiter ausgegrenzt zu werden. Dann kamen die Abijahre und es machte wieder Spaß, aber den Anschluss hatte ich längst verloren.

Sich dumm stellen und Mathe doof finden, das passt zu einer subjektiven Beobachtung meinerseits, nach der es zunehmend schick geworden ist, in Mathe schlecht (gewesen) zu sein bzw dieses Schlechtsein zu entschuldigen, weil es ja eh „schei*e“ ist. Seit wann ist es modern, nicht rechnen zu können? Es ist doch auch nicht in Mode, nicht lesen zu können.

Nicht-Können führt in diesen beiden Fällen zu Unmündigkeit im Leben, zu nicht-aktiv-entscheiden-können. Das fängt bei schlichter Beeinflussbarkeit an, weil Entscheidungsgrundlagen fehlen (wer bekommt wie viele Bonbons?), geht über schlechte Noten im Zeugnis bis hin zur Nichtqualifizierung für einen Ausbildungsplatz, was dann noch zu ganz anderen Problemen führen kann.

Ich spanne einen derart weiten Bogen, weil unser Verhalten und unsere Äußerungen Konsequenzen haben. Gerade wenn wir die eine Person sind, die einen großen Einfluss auf das Kind hat, weil es zu uns aufschaut. Verantwortung tragen, nennt sich das wohl.

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Vielleicht wäre es – nicht nur auf das Fach Mathematik bezogen – grundsätzlich vernünftig, weniger absolut zu verurteilen. Die Rezeption vermag sich im Laufe des Lebens doch noch zu ändern.

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Im Übrigen gehe ich davon aus, dass der Typ, der diesen Satz geäußert hat, einen horrenden Zinssatz für sein Haus bezahlt. (Ich gebe zu, dass ich auf der Heimfahrt zudem wutschnaubend etwas äußerte wie „Deswegen arbeitet er auch dort, wo er arbeitet!“)

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Sowas kommt von sowas.

11082018.

Der Patenneffe ist nun eingeschult. Gewachsen ist er heute um einige Zentimeter, und wir schauen nun wie sich das alles entwickelt. Vom Ernst des Lebens war die Rede und davon, dass er nun 13 Jahre zur Schule gehen muss und ähnliches dummes Zeug.

Ich sehe ein Kind, das am liebsten rennt, viel draußen ist und nicht still sitzen kann, und hoffe einfach mal das Beste. Was wünscht man da? Neugier mag helfen, Spaß vielleicht, in diesem Fall Ausgleich durch Sport sicherlich.

Die Sporttasche gefüllt mit Süßigkeiten scheint nicht so falsch gewesen zu sein.

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Heute vieles gesagt, zu noch mehr geschwiegen. An guten Tagen beherrsche ich diese Disziplin besser als an anderen, jedoch nie perfekt.

Mein Herz liegt mir auf der Zunge. Und im Gesicht. Da hilft dann auch die Sonnenbrille wenig.

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Wind, Wolken, norddeutscher Sommer. Sonnenbrand.

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Gutes Leben.

10082018.

Es gibt derzeit wenig zu erzählen.

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Die Einfindung in den neuen Job, die damit verbundene Umstellung auf neue Tagesabläufe und die Neujustierung der physischen und psychischen Befindlichkeiten gestalten sich recht harmonisch. Ich hatte mit mehr Erschütterungen im persönlichen Betrieb gerechnet, aber vielleicht kommt das ja auch noch. Alle anderen, Personen ebenso wie Umstände, machen es mir leicht.

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Das frühmorgendliche Auf-der-Terrasse-sitzen-und-in-den-Garten-starren mag dabei behilflich sein.

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Auch eine Form von Meditation.