01032019.

Gestern vorzeitig meinen letzten Arbeitstag gehabt.

Die Ärztin hat mir ein Beschäftigungsverbot ausgesprochen. Nichts medizinisch Bedrohliches, aber es summiert sich einiges auf und das Fazit lautet „dem Kind geht’s auf Kosten der Mutter hervorragend“. (Der kleine Parasit <3)

Die Tatsache, dass ich letzte Nacht das erste Mal seit Wochen wieder richtig tiefenentspannt durchgeschlafen habe, bestätigt mich im Nachhinein in meiner Entscheidung.

Und mindert mein schlechtes Gewissen gegenüber der vorgesetzten Kollegin und meinem Arbeitgeber immens. (Trotzdem doof.)

***

Am gestrigen Abend eine sehr äh, skurrile Kreißsaalführung erlebt.

Fragen, die gestellt wurden:

„Darf ich im Kreißsaal was essen?“ (ein Mann, Antwort „Ja, Vorsicht bei geruchsintensiven Lebensmitteln wie Bifi, das mögen die Frauen meist nicht“)

„Und was ist mit Nüssen?“ (ein anderer Mann, irritierte Antwort „Wenn Sie möchten…“ – „Ich habe nämlich gelesen, dass die Kinder darauf allergisch reagieren.“ – „Sie wissen, dass die Babys nur Muttermilch bekommen?!“ – „Also, ich darf aber Nüsse….?“)

„Sind religiöse Rituale für mich direkt nach der Geburt erlaubt, wie bspw Gebetsruf oder Waschung?“ (wieder ein Mann, Antwort „Wir sind zwar ein katholisches Krankenhaus, aber solange Sie nicht verlangen, dass wir die Kreuze im Kreißsaal abnehmen, bitte, gerne.“)

„Dürfen wir Räucherstäbchen und Duftkerzen während der Geburt abbrennen?“ (eine begleitende Mutter, Antwort „Wir sind ein Krankenhaus und hier ist jede Form von offenem Feuer verboten.“)

„Und was ist mit der Nabelschnur, auf welche Länge schneiden Sie die ab?“ (erneut ein Mann, irritierte Gegenfrage was es denn mit der Länge auf sich habe, die Antwort „Uns wurde empfohlen, das möglichst lang zu machen, dass die Blutversorgung länger gewährleistet ist, bestimmtes Verfahren blabla.“ – Antwort „Ausführliche Erklärung der Oberärztin über Blutversorgung durch die Plazenta, Auspulsieren lassen, Durch ist Durch und dass es auf die Länge nicht ankommt.“)

Danach war es der Hebamme ein dringendes Bedürfnis noch einmal deutlich zu machen, dass unter der Geburt ausschließlich die Frau das Sagen habe, und nicht die Begleitperson.

Der beste aller Männer neben mir wurde während der Fragerei zusehends unruhiger bzw genervter, während ich sehr an mich halten musste, um keinen Lachkrampf zu bekommen. Auch der Ärztin sind ein- oder zweimal die Gesichtszüge entglitten.

Heute schiebe ich das mal gutmütig auf die Anspannung und Aufregung vor der Geburt, aber dass die Herren bzw die Begleitpersonen wirklich nur Fragen zu eigenen Belangen gestellt haben und nicht im Interesse ihrer Frauen, war schon sehr auffällig.

(Jedenfalls haben wir jetzt eine Prioritätenliste.)

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Läuft schon.

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