11092017.

Kurz nachgelesen, was ich hier zuletzt schrieb. Dabei der Gedanke „die Zeit rast.“

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Geschrieben, gelöscht, wieder geschrieben, wieder gelöscht. Eigentlich ein Update zu Haus und Garten, uneigentlich bin ich so müde. Es ist so unglaublich viel, was wir seit dem letzten Eintrag, abgearbeitet haben. Das Haus steht nur noch in den Grundfesten, der Garten ist fast winterfertig – wir haben gesägt, geschnitten, abgerissen, gemäht, gestemmt, gekämpft und uns verausgabt. Und das in bislang nur 42 Tagen parallel zu unserer täglichen Arbeit.

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Meine Gedanken beschäftigen sich mit der BundestagsWahl und der Wertigkeit von Care Arbeit.

Gewählt habe ich bereits per Brief; das erste Mal, dass ich hinterher nicht wirklich überzeugt bin. Grundüberlegungen zuvor waren u.a.:
– Wählte ich die Partei, deren Forderungen meinen Wünschen zur Entwicklung unseres Landes am nächsten kommen, käme eine Koalition zustande, die das Kanzlerkandidat und Partei begünstigen würde, welche ich als noch ungeeigneter für den Job einschätze als den Rest.
– Gäbe ich meine Stimme einer der vielen kleinen Parteien, um dieses Dilemma zu umschiffen, welche allerdings keine reelle Chance haben in den Bundestag einzuziehen, würde ich den Großen zwar Stimmen nehmen, allerdings den rechtsorientierten Parteien zuspielen (hier ausführlich erklärt).
– Ich wähle prinzipiell nicht ungültig. Das ist wie ins beste Steakrestaurant der Stadt gehen und dann doch nur Salat zu essen.
– Die Wahnsinnigen Politiker*innen, welche die Forderungen, die meinen Wünschen zur Entwicklung unseres Landes am nächsten kommen, auf Bundesebene vertreten, stoßen mich höchstgradig ab.
– Ein diffuses Gedankenkonglomerat aus Feminismen: Hebammen und Gesundheit, Entwicklungen innerhalb von Parteien, Alleinerziehendenthemen, kannichnichtsogenaubenennenThemen.
– Ein diffuses Gedankenkonglomerat aus Angst, Sorgen, und Befürchtungen, zusammengesetzt aus Flüchtlings-, Welt-, Klimapolitik, gewürzt mit viel Idealismus und Hoffnung.

Der Stimmzettel ist der einer vermeintlich geistig umnachteten Person.

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Außerdem Care Arbeit: „der Fall“ Theresa, eine 100%-Hausfrau, die Entscheidungen traf, die sich zwar im Nachhinein bestenfalls als naiv bezeichnen lassen, die diese dann allerdings erfolgreich als „Dilemma der Frau“ bei s.p.o.n. verkaufte. Die einen forderten quasi eine sofortige Exkommunikation aus der Gesellschaft der Aufgeklärten Frau, die anderen forderten uneingeschränkte Solidarität mit dem armen Hascherl. (Die ganze Story hängt sich an dem Punkt auf, dass sie ohne Ausbildung eine Familie gegründet hat und nun studieren will, um doch noch unabhängig zu werden. Das ist nicht so einfach und Schuld ist die Gesellschaft.)
Ich frage mich seither, wie diese Geschichte verlaufen wäre, wenn Theresa sich oder die Redaktion sie mehr als mündige entscheidungsfähige Person und weniger als „mimimi“-Hascherl dargestellt hätte. Wenn sie aus einem gänzlich anderen, einem bspw. bildungsfernen Milieu mit bspw. Migrationshintergrund käme. Wenn die Familien- bzw. Care Arbeit anders bewertet werden würde. Und wie es weiter aussähe, wenn die Arbeit, die sie leistet, als echter Job bewertet werden – von ihrem Ehemann und auch der Gesellschaft – und monetär vergütet werden würde. Antwort in allen Fällen: es gäbe überhaupt keine Geschichte.

Für mich ist das logische Endziel des Feminismus: jede macht ihr Ding, wird dafür anerkannt (in jeglicher Form) und Ruhe im Karton. (Aber nungut, so hab ich wenigstens etwas zum Grübeln während ich Zäune streiche, bspw. wieso regen wir uns so über dieses Thema auf? Weil sie ist wie wir – gleicher sozialer Hintergrund, ähnliches Alter? Oder weil sie es wagt, die Schritte Familie und Ausbildung/Karriere nacheinander zu gehen, während wir uns mit Parallelität abmühen? Würden wir sie hochjubeln, wenn sie erst am Ende ihrer Zeit, nach erfolgreichem Studium und Karriere, interviewt worden wäre – nach dem Motto „Hat sich entgegen der Umstände durchgekämpft“? Ich weiß es doch auch nicht.)

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Es bleibt kompliziert.

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