17082017.

Ich halte in der Bahn manchmal noch Ausschau nach der Frau aus meinem letzten Posting. Keine Ahnung, was ich zu ihr sagen würde und ob ich überhaupt etwas äußern würde. Im Reinen bin ich noch nicht wieder mit mir ob meiner Reaktion. Allerdings hatten der kleine Hund und ich seither zwei sehr nette Bahnbegegnungen.

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Nach Papa lag nun Mama mit einer größeren Herzproblematik im Krankenhaus. Ganz wie es ihre Art ist, ging das nicht ohne Drama vonstatten, und ich gebe zu, dass ich sie zu diesem Zeitpunkt von Herzen verabscheut habe. Es bleibt mir bei 600km Entfernung die Aufgabe meine Geschwister zu unterstützen, mit ihnen Pläne und Ideen durchzuspielen und ihnen den Rücken zu stärken. Die große Schwester meinte, Mama sei handzahm geworden. Ich ahne, dass sie eher mit einem verwundeten Tiger zu vergleichen ist. Der große Bruder hat das schon zu spüren bekommen und selbst beleidigt die Krallen eingezogen. Wir müssen zu dritt sein, um mäßigend einwirken zu können.

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Das gekaufte Haus befindet sich in der Umbauphase. Ich befinde mich in einer Phase, in der ich glaube, dass die Hölle aus Deckendielen, 70er-Jahre-Tapeten, Hochflorteppichen sowie den Farben braun-beige-creme konstruiert sein muss. In Gedanken hingegen bin ich meiner Zeit weit voraus und richte schon alles ein. Das Wichtigste haben wir jedoch bereits bestellt (Massivholzdielen, Eiche natur, geölt). Danach irgendwann der Garten, in dem wir einen von Brombeeren umrankten Brunnen entdeckt haben. Ich suche noch die güldene Kugel der Prinzessin.

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Seit Monaten kaue ich in Gedanken darauf herum, wie viele meiner (vermeintlich freien) Entscheidungen von gesellschaftlichen oder patriarchalen oder familiären oder anderen sozialen Strukturen beeinflusst sind. Ich folge den feministischen Gedankengängen und Überlegungen, und komme immer öfter zu dem Schluss, dass das ja alles schön und gut und wichtig und richtig ist, was da durchdacht und verargumentiert wird, dass ich persönlich es jedoch leid bin, meine Taten unter dem Brennglas eines ideologischen Deckmantels analysieren und (fremd)bewerten zu lasse. So ähnliches beschrieb ich schon einmal im März diesen Jahres. Damals waren es Diäten, um die gestritten wurde, zwischenzeitlich die Teilzeit-Hochzeits-Armuts-Vorsorgefalle, heute ist es die Namensentscheidung bei Heirat. Soll doch jede machen wie sie will, Herrschaftszeiten!

Ich bin übrigens eine Verfechterin der Nachnamensverschmelzung á la Brangelina. Zwei Personen gründen gleichberechtigt eine neue Familiengemeinschaft, dementsprechend sollte die neue Bezeichnung dieser Gemeinschaft zu gleichen Teilen aus den Herkunftsbezeichnungen zusammengestellt werden. (Das fände ich gerecht, und lustig!)

Hier werde ich übrigens seinen Namen annehmen: es ist keine Sammelbezeichnung; der Nachname würde sonst aussterben; bei meinem ist das Überleben hingegen bis in die nächste Generation gesichert, danach ist es nicht mehr meine „Verantwortung“; Nachnamensverschmelzung geht noch nicht; und ich heiße dann so wie seine Oma, die ich sehr sehr mochte, mit Vor- und Zuname hieß (ja, denkt mal drüber nach).

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Nichts neues hier also.

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