02052017.

Die Gedanken sind so grau wie der Himmel draußen, durchzogen von Regenwolken und feinen Gespinsten.

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Ich kann mich nicht verorten, weiß nicht, wo ich stehe, wohin mit mir und was mir mir geschehen soll. Die Passivität hat mich übermannt und füllt mich aus. Mir fehlt ein Antrieb, ein Motor, oder wie die A. sagt „eine Möhre, wie man sie dem Esel vor die Nase hält“. In dem Fall wäre ich gerne der Esel.

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Freundinnen oder Bekannte, die mit ihrem Leben zufrieden sind, erfüllen mich mit hässlichem Neid. „Ich will das, was sie hat!“ Dabei ist es irrelevant, wie dieses „das, was sie hat“ aussieht: ich will die Zufriedenheit, die Selbstgewissheit, dass das eigene kleinkarierte Leben und er eigene Horizont vor der ignoranten spießbürgerlichen Nase die „richtigen“ sind. Mein Inneres wird zunehmend hässlicher von so viel Abfälligkeit und Hochmut, die sich aufstauen, losgelassen auf jene Menschen in meinem Leben, deren Leben ich nicht geschenkt wollen würde, weil es mir nicht passen würde, und die ich trotzdem so sehr beneide, dass es schmerzt. Die Konsequenz ist, dass ich mich zurückziehe, immer weiter mich in mein Inneres vergrabe, und mehr mit mir und meinen inneren Dämonen verkehre als mit der Außenwelt.

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Ich lasse den Mann und den kleinen Hund an meiner inneren Unzufriedenheit teilhaben, sehe sie darunter leiden und wimmere doch am meisten unter meiner Unbarmherzigkeit. Das Versenken dieses Wesenszuges ist schwer, frisst mich auf, weil ich es mir verweigere diesen Teil gegenüber diesen Beiden auszuleben und dies lässt mich noch weniger Ich sein, weil es eben zu mir gehört. Je weniger Ich existiert, desto unzufriedener bin ich.

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Die Reserven, monetäre und nervliche, sind beinahe aufgebraucht. Mir fehlt „die Möhre“, ich wünsche mir so viel und kann doch nur scheitern. Die Bitterkeit steigt in mir auf, ein übler Nachgeschmack bleibt, mein Wesen ändert sich und am Ende werde ich allein sein.

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