12042017.

Ostern und Familie stehen vor der Tür. 

Daher heute und morgen nochmal viel schlafen, lecker essen und die Ruhe genießen. 

Kurz: Die Stahlseile, die meine Nerven vertreten sollen, schmieden. 

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11042017.

Mitgefühl zeigen. 

Mit dem Menschlichsein und der Unzulänglichkeit. 

Gegenüber dem der Anderen und der eigenen. 

So schwer. So leicht. 

10042017.

Anstrengende Tage sind anstrengend.

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Ich mache mir selbst das Leben schwerer als notwendig und vergesse darüber die tatsächliche Leichtigkeit des Seins.

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Morgen wieder.

Mit Sonnenaufgang am Fluss.

09042017.

Es stehen große Ereignisse bevor. Heirat, Haus, Heimat aufbauen. Wir denken darauf herum, käuen wieder, bekommen ein Gefühl dafür, was genau und wie wir es wollen. Nichts ist fest, alles noch vage, allerdings sind es Lebensthemen, die uns beschäftigen. Es ist als hätte der kleine Hund eine Tür in mir aufgestoßen, so dass ich mich endlich traue, mich mit langfristigen Bindungen auseinander zu setzen. 

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Einer der schlimmsten Alpträume meiner Kleinkindzeit, ist der, in dem meine Mutter mich an unserer Straße vergisst und ich sie nicht wiederfinde. Vielleicht hat sie mich auch gar nicht vergessen, ich stehe jedoch da und warte auf sie. 

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Tatsächlich ist so eine Situation meiner Erinnerung nach nie eingetreten. Schon weil wir an einer sehr befahrenen Hauptstraße wohnten und ich im Traumesalter nicht alleine auf die Gasse gedurft hätte. Meine Eltern feierten vor einiger Zeit ihre Goldene Hochzeit, und auch meine Geschwister haben die Silbernen schon voll. 

Es gibt für mich keinen nachvollziehbaren Grund, weshalb ich derart Bammel vor Verbindlichkeiten, Bindung in fester Form, vor Festlegungen habe.

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Ich muss mich nur entscheiden. Und habe es doch schon längst getan. 

Banalitäten, 08042017.

Das Familienleibgericht in diesem Haushalt ist Spaghetti Bolognese. Mit ordentlich Rotwein abgelöscht und einen Tag lang durchgezogen, rettet sie hier öfter den Haussegen.

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Ich habe noch nicht bei den Eltern oder meinen Geschwistern angerufen, es mir allerdings für dieses Wochenende vorgenommen. 

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Mir einmal mehr Gedanken über Religion und christliche Werte gemacht, über meine zu Schulzeiten besten Freundinnen, die ihren Glauben als Schild tragen und darauf ihre Arbeit begründen; dabei über die Fragen gestolpert, „was zehrt dich aus?“ und „was nährt dich?“ – vielleicht ist auch hier Spaghetti Bolognese die Antwort. Zumindest heute. 

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Essen hält ja bekanntlich Leib und Seele beisammen. 

Banalitäten, 07042017.

Wir haben heute das erste Mal ein Haus besichtigt. Es kommt nicht für uns infrage, dennoch, etwas ändert sich.

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Ein kleiner Hund, jetzt elf Wochen alt, lebt seit zwei Wochen bei uns, wir sind sowas wie Eltern geworden. Essen, schlafen, trinken, Erziehung, alles im Zeitraffer. Ich wachse mit meinen Verantwortlichkeiten. Plötzlich so viel Leben im Leben.

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Mein Tinnitus wird wieder stärker, die Haut sichtbar schlechter, der Schlaf ist leicht. Mit den ersten sichtbar silbernen Haaren wirke ich plötzlich meinem Alter entsprechend auf mich. Mit Augenringen auch mal älter. Der Tageslauf dauert 17 Stunden, ich mache wenig für mich, viel für den kleinen Hund und den arbeitenden Mann. Die Balance, die fragile, hat sich wieder verschoben. Gefühlt ist eine Unwucht entstanden.

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Der Kontakt zu meiner Schwester meinen Geschwistern und meinen Eltern ist derzeit nicht existent. Er ruht, von selbst. Zuletzt ging Aktion von mir aus. Es ist, auch nach 13 Jahren, noch immer eine Bringschuld, die ich zu leisten habe. Ich habe einen bitteren Geschmack im Mund, wenn ich daran denke, dass mein Bruder mich noch nie seit ich ausgezogen bin, besucht hat. Meine Schwester kommt alle zwei Jahre zu mir, die Eltern alle zehn, nach aktueller Rechnung.

Sie wissen nicht, dass ich nicht arbeite. Sie wissen nicht, wie krank ich gewesen bin. Sie wissen nicht, dass wir einen Hund haben und planen sesshaft zu werden.

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Die Tochter meiner Schwester hat den Kontakt zur Familie bewusst abgebrochen. Der Sohn meines Bruders hat Depressionen. In unserem Familienzweig gärt etwas, es ist offensichtlich. Es wird nicht darüber geredet.

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Eine wird anfangen. Wenn die Zeit reif ist der Druck nicht mehr auszuhalten ist.