Prophezeiung, selbsterfüllend.

Es ist eine neverending story. Ich bewerbe mich, genauer: ich sitze und recherchiere Stellenangebote, auf die ich mich am Ende nicht bewerbe, weil ich denke, dass mich sowieso niemand will. Das Problem dabei ist, dass die meisten Jobs, die ich finde und auf die meine Qualifikationen einigermaßen passen, mich schon beim Durchlesen regelrecht anöden, dass meine mangelnde Begeisterung und die mittelmäßige Überzeugung sich auch in meinem Anschreiben durchschlagen und meine Bewerbung – und damit ich – für die Arbeitgeber tatsächlich unattraktiv wird, weswegen ich dann wieder ein Absage erhalte. Es ist ein Teufelskreis. Jetzt fragt man sich natürlich, wieso und weshalb ich mich für etwas qualifiziert habe, das mich anödet? Die Antwort: Damals haben mich die damit verbundenen Themen sehr interessiert und ich agierte nach bestem Wissen und Gewissen in dem Glauben, dass das Bereiche sind, in denen ich arbeiten will. Das hat sich bis zu einem gewissen Grad bestätigt und gleichzeitig geändert. Die Krux, der Hase im Pfeffer, die Achillesferse an der Sache: ich weiß nicht, was ich will. Allerhöchstens kann ich noch formulieren, was ich nicht will, aber das Meiste ist irgendwie vage und ungenau und – ach, ich bin dieses ganze Konglomerat rund um Arbeit, Job, Beruf und Berufung mehr als leid. Ich beneide und bewundere Menschen, die eine Leidenschaft haben, der sie folgen können wie einer Kompassnadel. Ebenso neide ich mittlerweile jedem Durchschnittsmenschen den Durchschnittsjob, mit dem einfach Geld verdient werden kann – einfach so irgendwas zu machen, empfinde ich als so leer und unerfüllend, dass ich die letzten Male entweder psychisch oder physisch krank geworden bin. „Stell dich nicht so an“, mögen jetzt die meisten denken oder sagen, ein Spruch, den mir Eltern, Partner und Freundinnen schon an den Kopf geklatscht haben, von dem aber mittlerweile zumindest ein Teil einsieht, dass diese Verhaltensweise bei mir mehr Schaden anrichtet als Nutzen bringt. Mittlerweile leben wir zudem nicht mehr im schön günstigen Osten der Republik, sondern im wesentlich teureren Nordwesten – der Mann kann (und will – zu Recht!) mich nicht mehr länger unterhalten, Anspruch auf staatliche Unterstützung habe ich nicht, ich selbst mache mir Druck endlich etwas Neues zu finden. In mir drin herrscht daher momentan (mal wieder) die absolute Überforderung und ich frage mich, wie ich mit all dem fertig werden soll. Vorgehensweisen und Pläne habe ich, die Sperre in mir drin jedoch ist immens, das Gefühl in dieser Gesellschaft fehl am Platze zu sein fast unüberwindbar. Mehr als weitermachen und dabei hoffen, dass ich die eine Entscheidung treffe, die die Lage entspannt und alle inneren und äußeren Lager zufrieden stellt, bleibt mir zurzeit nicht.

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