Auffahrunfall.

​Das Bild, das uns social media von Anderen vermittelt ist ein sonniges: ständiges Lächeln, gutes Aussehen, toller Partner, eine Hochzeit, dazu noch Nachwuchs und ein Hund. Mein Haus, meine Yacht, mein Leben. An guten Tagen weiß ich nicht nur, es ist mir bewusst, dass auch bei diesen Menschen nicht alles eitel Sonnenschein ist, dass auch sie zweifeln, dass auch sie sich streiten, krank werden oder irgendwas nicht so läuft, wie sie es sich wünschen. An schlechten Tagen spiegeln sie meinen Auffahrunfall. Sie sind nicht das Licht am Ende des Tunnels á la „bei dir wirkt es auch so, alles ist gut“, sondern sie sind der Grund weswegen ich gegen die Mauer fahre. Wieso ausgerechnet haben die es so leicht? Wieso genau ist es bei denen so einfach? Wo sind deren Sorgen? Gefühlt bin ich die Einzige, die mehr mäandert als dass sie Erfolge verbucht. Das Leben als eine Aneinanderreihung beliebiger Banalitäten lebt und sich von inneren Zweifeln auffressen lässt. Meine sich dann stellende Herausforderung lautet: Eigentlich mag ich es, wie ich mein Leben gestaltet habe. Aber uneigentlich zweifle ich, will noch mehr. Ein „jetzt gib dich doch mal zufrieden damit wie es ist“, wie es mir anerzogen wurde, reicht mir nicht. Doch (noch) mehr zu wollen fühlt sich anmaßend an. Wer kann denn noch mehr als Gesundheit, Partnerschaft sowie Sicherheit und Wohlstand wollen? Wie kann man nur so unersättlich sein, wie den Hals nicht voll genug bekommen können, wie so anmaßend sein? Es scheint mir wie eine Herausforderung des Schicksals.

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