Streitgespräch.

An Tagen wie diesen. Scheinbar alles normal, das Leben geht so vor sich hin, man tut, man macht, dieses und jenes und plötzlich – zack – ohne Anlass, ohne berühmten Tropfen ist man mittendrin im Wahnsinn, in dem sich nicht mehr atmen lässt, nur noch die Tränen fließen und man lauthals mit dem Universum, mit Gott, mit was-auch-immer-da-ist, streitet und fragt: Warum? Ich will nicht mehr. Ich kann nicht mehr. Warum ich? Warum hier? Warum jetzt? Am Ende ist man ausgelaugt und ausgepumpt, der Hals tut weh, es gibt keine Träne mehr, man sitzt in der Ecke, wiegt sich vor und zurück, hört sich selbst dabei zu, wie man klagt wie ein Klageweib, und die Frage drängt sich auf: Was hat sich verändert, dass es so weit gekommen ist? Dass ich laut äußere, dass ich nicht mehr leben will? Dass ich genug von allem habe und keine weiteren 30 oder gar 60 Jahre hier verbringen will. Ja, nicht einmal die nächsten drei?! Ich erschrecke selbst über mich und meine Eindeutigkeit. Ich warte auf eine Antwort, aber es kommt keine. Kann ich noch fühlen? Ja. Liebe, Freude und Trauer – alle noch da. Was mir jedoch schwer fällt: die Schönheit im Leben zu sehen. Den Sinn und Zweck dieses Lebens zu erkennen. Es ist als würde ich hier Zeit absitzen, nur um endlich irgendwann wieder irgendwohin – nach Hause – gehen zu dürfen. Bis dahin fehlt mir die Kraft meine alltäglichen Aufgaben zu bewältigen, ich finde Entschuldigungen und rede mich aus allem so weit wie möglich heraus. In mir wächst die Angst, dass ich damit meine Beziehungen zu Partner und Freund*innen auch noch aufs Spiel setze. In guten wie in schlechten Zeiten. Ich möchte doch niemanden enttäuschen, bleibe dabei aber selbst auf der Strecke. Und wer kümmert sich um mich?

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