last days of summer.

Die letzten freien Tage liegen vor mir. Ich bin aufgeregt, voller Vorfreude, im Hintergrund lungern allerdings auch Skepsis und eine kleine ängstliche Stimme. Bin ich gut genug? Bluffe ich doch nur? Stellen die fest, dass ich gar nichts kann? Ich beschäftige mich mit Kommunikationstraining und Seminarvorbereitung, Wissen auffrischen, auffüllen und noch mehr davon ansammeln. Dazu lungere ich im Bett herum, meinem liebsten Aufenthaltsort, schaue Videos, lese viel und immer noch mehr. Das Schönste dabei: ganz ohne schlechtes Gewissen. Ich habe keine Verpflichtungen. Niemand drängelt, niemand erwartet mich, niemand fordert etwas. Es ist purer Luxus. Und doch – ich bin so aufgeladen mit Energie, innerer Unruhe und Tatendrang, dass es jetzt endlich Zeit wird, wieder los zulegen. Und ich freue mich dabei so sehr, auch in mich hinein, denn wie lange habe ich mich schon nicht mehr auf einen neuen Lebensabschnitt gefreut. Ich werde unfassbar müde sein, das frühe Aufstehen in Dunkelheit und Kälte werden mich fertig machen, kein Grund, dass ich mir etwas vormache, dazu kenne ich mich gut genug. Allerdings werde ich mich davon nicht herunter ziehen lassen, ich will die guten Sachen mit Lust und Lebensfreude angehen, weil ich diese Gefühle derzeit so stark empfinde und in mir trage und sie in mir immer stärker verankere, und ich werde die weniger guten Sachen erträglicher gestalten. Es wird Rückschläge geben, aber ich will mich an diese letzten Sommertage erinnern und an ihr Licht, das nicht nur Äußeres, sondern auch Inneres weich und warm leuchten lässt. It’s a state of mind. Und ich kann derzeit voller Überzeugung sagen: Alles ist gut.

politische Privatheiten.

„Das Politische ist privat. Und das Private ist politisch.“

Triggerwarnung:
Es geht um Politik und meine vollkommen persönliche Meinung dazu. Wer das nicht aushalten kann, möge diesen Artikel jetzt und für immer schließen. Ein Longread.

Heute ein Thema jenseits meiner üblichen Wege. Politik. Nervt mich, ermüdet mich, mit nichts kann man mich so schnell in Rage versetzen, wie mit einer politischen Diskussion. Deswegen schweige ich meist, gebe mich unpolitischer als ich bin, versuche mich rauszuhalten. Mich ermüdet dieses Thema so sehr, dass ich es nicht einmal in Worte fassen kann. Weshalb ich trotzdem darüber schreibe? Weil Frau Donnerbella ein Demokratie-Stöckchen in die Welt geworfen hat (und ich sie sehr schätze), weil mir bewusst ist, dass politische Bildung immens wichtig ist, weil das Thema mich umtreibt. Und weil mich die derzeitige Diskussionskultur nervt: häufig geht es nur noch um ein „Ich-muss-Recht-behalten-und-dich-davon-überzeugen-dass-du-im-Unrecht-bist“, es geht um ein Sich-gegenseitig-bekehren. Was fehlt ist ein Einfach-mal-stehenlassen-und-Akzeptieren-dass-mein-Gegenüber-eine-andere-Meinung-hat. (Dafür finde ich Blogs ja ideal.)

Was bedeutet der Begriff Demokratie für dich – unabhängig von seiner Definition?
Demokratie bedeutet Aushalten. Dass es andere Meinungen gibt, dass es extreme Meinungen gibt, dass es vermeintlich falsche Meinungen gibt. Und dass diese Meinungen immer, absolut immer, subjektiv sind. So viele Menschen wie es in diesem Land gibt, so viele Wahrheiten gibt es und mindestens ebenso viele Meinungen und Meinungswechsel. Es gilt auszuhalten, dass nicht immer die Klügsten und nicht die Geeignetsten das Land regieren, ebenso wie es auszuhalten gilt, dass die mit dem größten Ego und die dicken Macker mit den großen Klöten die Wortführer sind und nicht die fachlich Bewandertsten oder die Sympathischsten. Eine funktionierende Demokratie muss den kompletten Diskurs aushalten können, gerade wenn es im Gebälk knarzt, und sie hat jedem das Wort zu gewähren. Sie hat jeden wählen zu lassen und seine noch so verquere Meinung äußern zu lassen. Die Demokratie muss mit keiner Meinung konform gehen, aber sie muss akzeptieren, dass alle Meinungen gleichberechtigt existieren.

In welcher Form bzw. unter welchen Umständen könntest du dir vorstellen dich außerhalb der Stimmabgabe politisch zu engagieren? Anders gefragt – was hält dich ab?
Was mich am politischen Betrieb nervt und ermüdet, so wie ich ihn als Laiin durch die alltäglichen Medien mitbekomme, ist die Tatsache, dass es vorrangig darum geht, wer Recht behält und wer die meisten Wähler hat. Es geht nicht darum, zum Wohle des Landes, des Volkes oder der Sache zu agieren, sondern darum die eigenen Schäfchen ins Trockene zu bringen. Ich sehe Parteien, die kein Profil haben bzw. es nach und nach verlieren, weil sie sich rückgratlos opportunistisch nach Umfragen und Prozentpunkten richten, anstatt sich gemäß ihrer Überzeugung zu äußern, mit allen dazugehörigen Höhen und Tiefen, und dafür einzustehen. Das ist wohl der Grund, weswegen ich in keine Partei eintrete. Hinzu kommen persönliche Gründe: ich habe keine Lust mich in der Lokalpolitik zu engagieren, weil es letzten Endes die gleichen vetternwirtschaftlichen Bedingungen wie in anderen Vereinen sind. Alte Männer und ihre Seilschaften, die untereinander klüngeln, und sich gegenseitig die Absprachen zuschieben. Kann mir niemand erzählen, dass es anders sei, wenn vor mir eine Wahlliste für Kommunalwahlen liegt, auf der zehn von zwölf Personen Männer sind und neun dieser Herren eindeutig die U60 überschritten haben. Die gläserne Decke existiert nicht nur in den großen Firmen, sondern schon in der örtlichen Nachbarschaft. Ich bin für mehr Diversifikation (Diversifizierung?) hinsichtlich Alter, Geschlecht und Herkunft. Mir ist an vielen Stellen der Respekt für die politische Landschaft abhanden gekommen und ich denke nicht, dass den Menschen mit Zynismus gedient ist.

Kannst du dir vorstellen freiwillig in einer anderen Regierungsform als der Demokratie zu leben? Falls ja, in welcher?
Nein. Wie die Frau Donnerbella selbst schon schreibt: ich habe in Geschichte aufgepasst. Ich schätze die Möglichkeiten zur Teilhabe an der politischen Entscheidung und am politischen Diskurs sehr, auch wenn ich nicht alle Möglichkeiten ausschöpfend nutze. Aber ich weiß, ich könnte, wenn ich wöllte. Am großartigsten finde ich übrigens die Meinungsfreiheit, denn diese erlaubt es mir, mich in diesem Umfeld als politische Laiin frei zu äußern. Sie erlaubt es aber auch allen Anderen sich zu äußern, ohne Angst vor Verfolgung und Diskriminierung haben zu müssen, wodurch erst ein offener politischer Diskurs möglich wird. Großartige Sache.

Hast du schon einmal „aus Protest“ gewählt? Wenn nein, kannst du es dir vorstellen? Oder wäre Nichtwählen deine Form des Protests?
Meiner Meinung nach besteht der Fehler in der derzeitigen Diskussion schon darin, anzunehmen, dass es sowas wie „Protest wählen“ überhaupt gibt. In einer Demokratie ist das grundsätzliche Mittel zur Abwahl einer Partei oder der Unmutsäußerung gegenüber der Regierung – die Wahl. (Auch Demonstrationen sind noch eine Möglichkeit der Unmutsäußerung, allerdings wirken diese sich ja nicht direkt auf Abwahl oder Regierungsbildung aus.) Dies gilt unabhängig davon, auf welcher Ebene – Kommune, Land, Bund – gewählt wird. Der Ausdruck „Protest wählen“ beinhaltet für mich folgende Annahmen:
1. Man kann „richtig“ oder „falsch“ wählen, sowie
2. Die etablierteren Parteien haben ein Recht darauf, dass man sie wählt, und
3. Junge Parteien, oder auch extreme Parteien, haben keine Existenzberechtigung.
Ad Primam: „Richtig“ oder „falsch“ existiert nicht. Wichtig ist, DASS man sich auseinandersetzt und wählt und am demokratischen Prozess teilnimmt. Nichtwählen ist KEINE Option: Wer wählt, nutzt sein Stimmrecht. Wer nicht wählt, verliert sein Stimmrecht und hat damit auch jedes Recht verspielt, sich zwischendurch zu beschweren.
Ad Secundam: Nein, niemand, auch keine sog. Volkspartei, hat das Recht gewählt zu werden. Es ist ein Privileg, das man sich erarbeiten muss. Wer davon ausgeht, er habe als Regierender das Recht an der Macht zu bleiben, denkt ähnlich wie Louis XVI., den man am Ende guillotiniert hat.
Ad Tertiam: Nochmal, eine Demokratie muss auch extreme Meinungen im Diskurs aushalten können. Sie sind dazu da – so sehe ich es – uns aus unserer Mitte-Lethargie herauszuholen und zu überprüfen, was will ich wählen, wo verorte ich meine Position und wer vertritt diese am besten. „Selbstständig denken“ ist hier das Stichwort: wir haben aufgrund unserer Geschichte das Privileg erfahren zu haben, was geschehen kann, wenn extreme Parteien an die Macht kommen. „Drum prüfe, wer sich ewig bindet.“
Grundsätzlich gilt für mich: So lange extreme Parteien in der Öffentlichkeit und innerhalb eines gesetzlichen Rahmens agieren können und dürfen, werden sie nicht in den Untergrund gehen. Es ist wie bei kleinen Kindern: verbiete es und du machst es attraktiv. Wenn wir, das Volk, zudem nicht wählen könnten, wen wir dürften, bliebe uns nur die Möglichkeit einer außerparlamentarischen Opposition und der Radikalisierung, und ganz ehrlich – die 70er-Jahre der deutschen Geschichte möchte ich auch nicht wiederholen.

Zusammenarbeit und Kommunikation mit dem politischen Gegner – unter allen Umständen? Gibt es eine Alternative zur Diplomatie?
Kommunikation und Zusammenarbeit sind für mich zwei unterschiedliche Paar Schuhe. Kommunikation ist notwendig unter allen Umständen, und hierfür bewundere ich diejenigen, die im diplomatischen Dienst tätig sind. Wo Kommunikation existiert, gibt es einen Diskurs und es bleibt immer noch eine kleine Chance auf Verständigung und gegenseitiges Verstehen. In dem Moment, wo die kommunikative Kunst versagt, existiert nur noch Schweigen, es folgen Missverständnisse und im schlimmsten Fall Krieg oder kriegsähnliche Zustände. Ich muss hier gerade spontan an die Geschichte Tibets denken, das eine Politik der Abschottung führte und zu spät Kommunikation sowie diplomatische Dienste nach außen aufnahm, und dadurch erst von China eingenommen werden konnte. (Hierzu empfiehlt sich sehr eindrücklich die Autobiographie des Dalai Lama als Lektüre.) Naja, und zu Zusammenarbeiten: es kommt darauf an – auf Menschenrechte, auf Justiz, auf Wirtschaft, auf internationale und nationale Politik. Es gibt nicht nur Schwarz-Weiß, es gibt viele Grautöne.

Ich wünsche mir, dass noch andere Mitlesende sich diese Fragen greifen, sie beantworten und bei Frau Donnerbella verlinken. Oder zumindest für sich über die Beantwortung der Fragen sinnieren.

Cheshire Cat.

​Die Zufriedenheit breitet sich in meinem Leben aus. In meiner Vorstellung ist sie eine dicke träge Katze, die sich wohlig schnurrend heran rollt und sich auf meinen Schoß legt. Sie wird sich breit machen, ihre Krallen in mich versenken und liegen bleiben. It’s a state of mind. Ich lasse das Gefühl einsickern, versuche es zu speichern, um mich später erinnern zu können. Es schwingt Hoffnung mit, und der warme wohlige Geruch von Kaffee mit einer Prise Zimt. Eine Gedankenübung, die glücklich macht. Und die Vorstellung, dass je öfter ich diese Übung wiederhole, desto länger bleibt sie bei mir, die Zufriedenheit, in mir und um mich herum. Wie so eine dicke Katze und ihr Schnurren.

Kosmetische Maßnahmen.

Woher die Energie nehmen, um aus diesem Loch herauszukommen? Wie Münchhausen sich selbst aus dem Sumpf ziehen, ist fast nicht machbar. Das bisschen Energie und Motivation, das noch vorhanden ist, muss schon für den Alltag ausreichen. Für Aufstehen, Anziehen und einmal am Tag wenigstens rausgehen. Es muss ausreichen, um das bisschen Schönheit der Welt nicht nur zu entdecken, sondern auch anzuerkennen und nicht nur schulterzuckend drüber hinweg zu sehen. Die Energie muss reichen, um noch gemeinsam mit dem Mann zu kochen und nicht gleich bei der ersten Erwähnung der eigenen Situation in Tränen auszubrechen. Das über-Wasser-halten, den Kopf hochzuhalten und nicht ganz einzubrechen, dafür ist der meiste Energieaufwand nötig. Der Rest ist Kosmetik.

Prophezeiung, selbsterfüllend.

Es ist eine neverending story. Ich bewerbe mich, genauer: ich sitze und recherchiere Stellenangebote, auf die ich mich am Ende nicht bewerbe, weil ich denke, dass mich sowieso niemand will. Das Problem dabei ist, dass die meisten Jobs, die ich finde und auf die meine Qualifikationen einigermaßen passen, mich schon beim Durchlesen regelrecht anöden, dass meine mangelnde Begeisterung und die mittelmäßige Überzeugung sich auch in meinem Anschreiben durchschlagen und meine Bewerbung – und damit ich – für die Arbeitgeber tatsächlich unattraktiv wird, weswegen ich dann wieder ein Absage erhalte. Es ist ein Teufelskreis. Jetzt fragt man sich natürlich, wieso und weshalb ich mich für etwas qualifiziert habe, das mich anödet? Die Antwort: Damals haben mich die damit verbundenen Themen sehr interessiert und ich agierte nach bestem Wissen und Gewissen in dem Glauben, dass das Bereiche sind, in denen ich arbeiten will. Das hat sich bis zu einem gewissen Grad bestätigt und gleichzeitig geändert. Die Krux, der Hase im Pfeffer, die Achillesferse an der Sache: ich weiß nicht, was ich will. Allerhöchstens kann ich noch formulieren, was ich nicht will, aber das Meiste ist irgendwie vage und ungenau und – ach, ich bin dieses ganze Konglomerat rund um Arbeit, Job, Beruf und Berufung mehr als leid. Ich beneide und bewundere Menschen, die eine Leidenschaft haben, der sie folgen können wie einer Kompassnadel. Ebenso neide ich mittlerweile jedem Durchschnittsmenschen den Durchschnittsjob, mit dem einfach Geld verdient werden kann – einfach so irgendwas zu machen, empfinde ich als so leer und unerfüllend, dass ich die letzten Male entweder psychisch oder physisch krank geworden bin. „Stell dich nicht so an“, mögen jetzt die meisten denken oder sagen, ein Spruch, den mir Eltern, Partner und Freundinnen schon an den Kopf geklatscht haben, von dem aber mittlerweile zumindest ein Teil einsieht, dass diese Verhaltensweise bei mir mehr Schaden anrichtet als Nutzen bringt. Mittlerweile leben wir zudem nicht mehr im schön günstigen Osten der Republik, sondern im wesentlich teureren Nordwesten – der Mann kann (und will – zu Recht!) mich nicht mehr länger unterhalten, Anspruch auf staatliche Unterstützung habe ich nicht, ich selbst mache mir Druck endlich etwas Neues zu finden. In mir drin herrscht daher momentan (mal wieder) die absolute Überforderung und ich frage mich, wie ich mit all dem fertig werden soll. Vorgehensweisen und Pläne habe ich, die Sperre in mir drin jedoch ist immens, das Gefühl in dieser Gesellschaft fehl am Platze zu sein fast unüberwindbar. Mehr als weitermachen und dabei hoffen, dass ich die eine Entscheidung treffe, die die Lage entspannt und alle inneren und äußeren Lager zufrieden stellt, bleibt mir zurzeit nicht.

Auffahrunfall.

​Das Bild, das uns social media von Anderen vermittelt ist ein sonniges: ständiges Lächeln, gutes Aussehen, toller Partner, eine Hochzeit, dazu noch Nachwuchs und ein Hund. Mein Haus, meine Yacht, mein Leben. An guten Tagen weiß ich nicht nur, es ist mir bewusst, dass auch bei diesen Menschen nicht alles eitel Sonnenschein ist, dass auch sie zweifeln, dass auch sie sich streiten, krank werden oder irgendwas nicht so läuft, wie sie es sich wünschen. An schlechten Tagen spiegeln sie meinen Auffahrunfall. Sie sind nicht das Licht am Ende des Tunnels á la „bei dir wirkt es auch so, alles ist gut“, sondern sie sind der Grund weswegen ich gegen die Mauer fahre. Wieso ausgerechnet haben die es so leicht? Wieso genau ist es bei denen so einfach? Wo sind deren Sorgen? Gefühlt bin ich die Einzige, die mehr mäandert als dass sie Erfolge verbucht. Das Leben als eine Aneinanderreihung beliebiger Banalitäten lebt und sich von inneren Zweifeln auffressen lässt. Meine sich dann stellende Herausforderung lautet: Eigentlich mag ich es, wie ich mein Leben gestaltet habe. Aber uneigentlich zweifle ich, will noch mehr. Ein „jetzt gib dich doch mal zufrieden damit wie es ist“, wie es mir anerzogen wurde, reicht mir nicht. Doch (noch) mehr zu wollen fühlt sich anmaßend an. Wer kann denn noch mehr als Gesundheit, Partnerschaft sowie Sicherheit und Wohlstand wollen? Wie kann man nur so unersättlich sein, wie den Hals nicht voll genug bekommen können, wie so anmaßend sein? Es scheint mir wie eine Herausforderung des Schicksals.

Sprachlosigkeit.

Aus mir heraus dringt Sprachlosigkeit. Diskussionen gehe ich aus dem Weg oder lasse sie verbal dominierend verstummen. Mitgefühl findet in meinem Herzen statt, in meinem Denken, meinem Bauchgefühl. Es übertritt nicht die Schwelle, die meine Lippen bilden. Die Gedanken wirbeln in mir, es entstehen synaptische Verbindungen zu eigenem Empfinden und zu eigenem Erleben. Beides ist fehl am Platz, ob der Hilflosigkeit darüber, dass ich Situationen nicht zu ändern vermag. Oh, wie sehr ich mir wünsche, Lebensläufe umschreiben zu können. Menschen vor dem Leiden bewahren zu können. Der Sturm in mir lässt mich schwer atmen, lässt sich nur beruhigen indem ich bewusst anleite wie ich atme, um Knoten zu lösen und das Drängen zu beruhigen. In meinem innersten Kern weiß ich, bin ich überzeugt davon, dass Leiden unabdingbar ist, um Liebe und Mitgefühl erlernen und (er)leben zu können. Ohne Nacht würden wir den Tag nicht erkennen. Ohne Trauer nicht die Lebensfreude. Was mir bleibt, ist eine neue Lesart zu üben. Zu beobachten, wie viel Liebe und Mitgefühl die dunkelsten Stunden auslösen können und diese Silberstreife in mir zu verwahren. Und bei Gelegenheit weiterzugeben.